Flucht - Flüchtlinge - Asyl 

Es gibt kaum ein Thema, welches uns in den letzten Monaten intensiver präsentiert wird, wie das Thema Flucht, Asyl, Zuwanderung und alle damit verbundenen Bereiche. Keine Nachrichten ohne neue Dramen im Mittelmeer, ohne politisches Hick Hack über Flüchtlingslager, Asylheime, Quoten und Verantwortlichkeiten, Unfälle mit Schlepperfahrzeugen. Es ist das aktuelle Tagesthema in allen Kneipen und Kaffees, die Wogen gehen hoch, es wird diskutiert, polarisiert, geschürt und wir können uns diesem Thema kaum entziehen.

Nun gibt es in der Betrachtung natürlich viele Gesichtspunkte, auf drei von ihnen möchte ich heute eingehen.

 

Zuwanderung aus dem Blickwinkel der Geschichte heraus.

Wer sich mit diesem Themenbereich schon länger beschäftigt weiß, dass dies grundsätzlich überhaupt nicht ein Phänomen der heutigen Tage ist. Es ist ein Thema, welches seit jeher - gerade uns in Österreich - fortlaufend umgibt, denn Völkerbewegungen gab es bekanntlich schon immer. Als Österreicher sind sich viele unserer zusammengewürfelten Vergangenheit bewusst. Viele sind wir  im Klaren darüber dass unsere Gesellschaft immer schon einen multikulturellen Hintergrund hatte. Wer interessiert in seinen Stammbäumen stöbert, findet meist schnell Omas oder Urgroßeltern aus fremden, meist angrenzenden Länder. Auch bekannte österreichische Namen wie Franz Vranitzky, Ivica Vastic, David Alaba zeigen als einige Beispiele eindeutig unsere vielschichtigen Abstammungen. Wir sind damit in Österreich sehr viele Menschen mit Migrationshintergrund. Auch ich selbst bin Kind eines Flüchtlings. Mein Vater durfte erleben, wie 1956 allen Flüchtlingen unbürokratisch und aufopfernd geholfen wurde.

Aber das Thema Zuwanderung und Asyl war immer ein heißes Eisen. Obwohl die Fakten kaum dem entsprechen, was Menschen gerade subjektiv wahrnehmen. Laut Zählung 2013 stammen 18% der Gesamtbevölkerung Österreichs aus ausländischer Herkunft - ausländische Staatsangehörige bzw. eingebürgerte Personen -  deren größte Gruppe sind Migranten aus Deutschland, und nur die Hälfte der Einwanderer aus der EU bleibt länger als 5 Jahre. Fakt ist auch, dass seit 1960 mehr Menschen einwandern, als auswandern.  Davor war dies umgekehrt.

 

Menschen in Traiskirchen, die wochenlang kein Dach über dem Kopf haben, die Wogen unter der Bevölkerung und unter diesen Flüchtlingen, die in Lagern eingesperrt sind, gehen täglich hoch. Wer hätte das gedacht, dass dies in Österreich möglich ist?  

 An dieser Stelle ist allerdings nötig, die beiden Begriffe Asyl und Zuwanderung klar zu trennen, um die Dinge richtig und mit Klarheit zu sehen. Jene Menschen, die derzeit in Traiskirchen und in den anderen Verteilerzentren untergebracht sind, sind Flüchtlinge - im neuen Sprachgebrauch Asylwerber. Der große Teil von ihnen flüchtet vor Krieg und Verfolgung, und ist teilweise schwer traumatisiert. Ein erheblicher Teil von Ihnen wird aber auch Österreich wieder verlassen, weil sie entweder kein Asyl erhalten werden (in den letzten Jahren waren es bisher etwa 2/3, die kein Asyl erhalten haben, 2012 waren es schlussendlich 3.680 Personen, die Asyl erhalten haben), oder während des Verfahrens oder danach an ein anderes Land weitergereicht werden.  Es hat also nur zum kleinen Teil mit dem Thema Zuwanderung zu tun. Auch wenn es meist anders wahrgenommen wird. Aber warum dann diese vielen Emotionen?

 

Im Gegensatz zum Ungarn-Aufstand, Jugoslawienkrieg etc. sind die Flüchtlinge  aktuell überwiegend Menschen aus Ländern, die in den letzten Jahren von unseren Mainstream-Medien als gefährlich und immer gleich terrorverdächtig kategorisiert wurden, und deren Kultur für uns weitgehend fremd und unbekannt sind. So werden uns also zunächst intensiv Ängste vor den bösen Terroristen suggeriert, die dann im nächsten Schritt auch noch – beabsichtigt oder nicht - benutzt werden, um uns in unserem eigenen zu Hause unsicher fühlen lassen. Selten wurden so gezielt Bilder der Angst transportiert, selten so viel vertuscht, vertauscht und manipuliert wie gerade heute.

Und wie stolz waren wir noch vor 25 Jahren, als der eiserne Vorhang Jahren fiel, oder die Grenzen zu den Nachbarn durch den EU Beitritt gänzlich aufgelassen wurden. Wenige Jahre später bauen wir wieder Zäune, nicht nur dort unten in Afrika, sondern auch hier an den Außengrenzen der EU, und versuchen jene Menschen davon abzuhalten, in die EU zu flüchten, die durch unsere jahrhundertelange Ausbeutung und jahrzehntelange Kriegslust kaum eine andere Wahl haben, als zu flüchten.

 

Es scheint aber eher hoffnungslos, dass sich derzeit der Strom der Hilfesuchenden schmälern wird. Hinter ihnen der sichere Tod durch Krieg und Verfolgung und vom Westen zerstörten Existenzmöglichkeiten, vor ihnen das Meer mit dem Tod als Wegbegleiter, und dahinter unsere Länder mit Überlebenschancen und oft falsch verstandenem Wohlstand. Wir bekommen jetzt die Rechnung unserer jahrelangen Politik der Ausbeutung und westlicher Kriegsmacherei klarer als jemals zuvor präsentiert. Nur jetzt können wir kaum mehr wegsehen.

Als soziale und eventuell auch christlich gesprägte Menschen geraten wir damit zunehmend in eine riesige Zwickmühle. Was also tun mit dem schrecklichen Friedhof im Mittelmeer? Weiter totschweigen? Was tun mit den Flüchtlingen in den Zeltlagern? Abschieben und nicht helfen geht nicht, die Schotten dicht machen, und so tun als wäre alles ok, wohl auch nicht. Ein ziemlich großes Dilemma...

 

Zuwanderung aus dem Blickwinkel der Destabilisierung

Da das Thema allerdings von den Mainstream Medien – und damit von den Drahtziehern in fast allen Ländern derart forciert wird, drängt es den Gedanken schon auf, dass dies alles nicht so zufällig jetzt geschieht, sondern ein Teil einer größeren Strategie sein könnte, um nicht zu sagen muss.

Jeder, der schon einmal in der Rolle des Ausländers war, ist sich im Klaren, dass man sich als Gast anders verhält, wie als Einheimischer. Auch ich agiere ganz selbstverständlich in Österreich oder Ungarn anders z.B. gegenüber einer Behörde, als in einem Land, deren Sprache ich gar nicht mächtig bin. 

Könnte es daher sein, dass mittlerweile zu viele bisher braven Bürger am Aufwachen sind und immer mehr die wahren Absichten und Positionen erkennen und die Inhalte und Dimensionen unserer angeblichen Demokratie und Neutralität, etc. etc..  Wenn wir schon zu viele sind, die z.B. natürliche, wirkliche Lebensmittel wollen, die auch in einer nährenden Umgebung gedeihen, und genverseuchte industrielle Nahrung ablehnen; zu viele sind, die sich um freies Wasser und freie Energie kümmern oder aus persönlicher Verantwortung heraus wirklich die Umwelt schützen, wie dann reagieren?

 

Wenn also „die Mächtigen“ und Drahtzieher Angst bekommen oder sich zumindest sorgen, weil ihr eigenes bisher so zahmes Volk immer mehr Durchblick bekommt, immer souveräner aufzutreten beginnt und gleichzeitig alles Bisherige in Frage stellt, und einfach nicht mehr stupid das tut, was ihnen vorgegeben oder nachgerichtet wird, dann ist es nur sinnvoll, – zumindest vom Blickpunkt der Drahtzieher aus - wenn immer mehr neue Gäste im Land sind, die sich eher kleinlaut verhalten und sogar von sich selbst aus in eine tiefe Dankbarkeit und damit Demut gegenüber dem Staat begeben.

Aus diesem Blickpunkt ist es also verständlich, dass immer mehr Menschen über Zuwanderung in die Länder geholt werden, damit die Unsicherheit verstärkt werden kann. Denn eines ist sicher: es macht vielen Menschen in diesen Tagen unendlich Angst, und unsichere Menschen sind leichter im Griff zu haben.

Auch ein sehr interessanter Blickwinkel., vor allem für jene, die das gegenwärtige Spiel im Großen zu verstehen beginnen.

Und da helfen auch die schöngeredeten Statistiken nichts, die uns vorrechnen, dass wir Zuwanderung brauchen, um unser System zu erhalten, dabei die andere Seite der Medaille aber absichtlich verschweigen. Es ist die übliche Taktik der Medien und der Massenbeeinflussung. Hilfspakete nach Griechenland z.B. – und kein Wort davon, dass das gesamte Geld größtenteils an die Banken in Deutschland fließt.  Zuwanderung, weil wir sonst keine Arbeitskräfte mehr haben, weil wir veraltern – und kein Wort davon, dass die Produktivität der Arbeitskraft in den letzten Jahren durch die Automatisation um mehr als 30% zugelegt hat.

 

Welches System möchten wir denn bitte überhaupt erhalten? Ein System, in welchem die Menschen der Arbeit willen ihre Familien aufgeben, und in unbekannte Länder ziehen?  In einem System, in welchem offensichtlich Arbeit und Wachstum mehr zählt als der Mensch selbst und das Überleben unseres Planeten?

Wann beginnen wir zu realisieren, dass die alten Systeme alle zusammen aus den letzten Löchern blasen, und nur mehr künstlich mit der Manipulation von uns allen und unter dem Abfeuern unserer implementierten Ängste noch künstlich irgendwie am Leben gehalten wird?

Aber es gibt auch einen weiteren Blickwinkel, der unserer Aufmerksamkeit bedarf.

 

Flucht und Ein-/Auswanderung aus spiritueller Sicht.

Letztlich geht es wie immer „nur“ um ein Symptom, dem wir zunächst recht planlos gegenüber stehen. Aus dem spirituellen, erwachten Bewusstsein heraus wissen wir, dass alles im Außen nur die Reflektion und Manifestation unseres Inneren ist.

Was will uns also die gesamte Situation zeigen? Warum macht uns das teilweise so betroffen? Warum ist Flucht, Fremdsein, Unsicherheit und Zuwanderung ein so großes Thema? Was sollen und müssen wir erkennen?

Nach dem Spiegelgesetz ist die Lösung in uns zu finden. In einer Gesellschaft,  welche in den letzten Jahrzehnten immer mehr auf den Höhepunkt des Konsum- und Ego-Wahn zusteuert, sind wir als Kollektiv auf der Flucht vor unserem wahren Selbst. Wir fühlen uns immer mehr fremd in dem Umfeld, welches wir für noch immer so real und wichtig erachten versuchen. So leben wir einen Götzendienst für Konsum und Leistung, an die eigentlich keiner mehr richtig glaubt, aber zu feige oder bequem ist, wirklich auszusteigen. Oder glaubst du noch wirklich daran, dass Wachstum und Fleiß und Konsumsteigerung die Probleme lösen können?

Die Überzeugungen, dass Arbeit und Leistung das wichtigste ist, dass wir nur etwas Wert sind, wenn wir Titel, Haus und neues Auto besitzen ist langsam in unsere Köpfe gewandert, zugewandert, bis wir wie Lemminge danach lebten oder es noch immer tun. Wir sind derart besetzt von unserer Wahnvorstellungen, dass wir die Scheuklappen, all das Elend sehen zu müssen, schon lange anlegen mussten.

Mit „Geiz ist geil“ offenbarten wir unsere größte Verwirrtheit,  immer günstiger zu kaufen, und nicht wahrzunehmen, das wir damit all jene ausbeuten, die all diesen zumeist wertlosen Müll herstellen.

 So wurden uns Anschauungen anerzogen und infiltriert, die nichts mit dem zu tun haben, was wir wirklich sind – geistige, grenzenlose schöpfende und liebevolle Wesen

 Und genau dieser Flucht, diesem schon bewusste Wegsehen wird nun Einhalt geboten. 

Es ist Zeit aufzuwachen, und das zu leben, wer wir wirklich sind.

 

Nur wenn wir endlich verstehen, dass wir alle Eins sind, in einem Boot sitzen, wird dieses Chaos und das Sterben in Booten ein Ende haben.

 

Nur wenn wir alle verstehen, dass wir nicht wirklich glücklich werden können, solange Flüchtlinge im Meere ertrinken, und 5 Kinder pro Minute elendig verhungern, nur dann wird sich etwas ändern – in uns verändern.

 

Es ist Zeit aufzuwachen, und Entscheidungen zu treffen!

 

Wenn nicht heute, wann dann?

Wenn nicht du, wer dann?

Wenn nicht jetzt – wann dann?